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Reisebericht: Sri Lanka – Ruinen von Anuradhapura, mein größtes Erlebnis

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16 Tage Kultur- und Naturreise vom 12.-27.03.2016

Ein warmer Sommerabend am Indischen Ozean. Direkt am Strand wird nur für uns gegrillt. Tische mit Vorspeisen, Beilagen und Nachtisch stehen bereit. Kühles Bier vom Fass verstärkt die Vorfreude auf zartes Fleisch und saftigen Fisch. Schade, dass wir um 21 Uhr abgeholt werden zum Flughafen von Colombo. Fünfzehn Tage Sri Lanka finden einen romantischen Abschluss.

So friedlich hatten wir uns das Land, das noch bis Mai 2009 unter einem blutigen Bürgerkrieg litt, nun doch nicht vorgestellt. Die Auseinandersetzungen zwischen Singhalesen und Tamilen wurden beendet und alle hoffen, dass die Stabilität anhält.

Ceylon im Indischen Ozean ist so groß wie Bayern und hat 20,3 Mill. Einwohner. Der Lebensstandard liegt schon über dem der meisten Entwicklungsländer. Singhalesen halten mit 74 Prozent die Mehrheit, gefolgt von 18 Prozent Tamilen und den Volksgruppen der Moors, Burgher aus den verschiedenen Kolonialzeiten, sowie die Ureinwohner (Veddas). Es gibt 70 Prozent Buddhisten, 13 Prozent sind Hindus, 9,7 Prozent Moslems und 7,4 Prozent Christen.

Die südliche Zentralregion ist von Bergen geprägt, die bis 2425 Meter erreichen. Vor allem der Adam’s Peak (2245 Meter hoch) ist mit einem „Fußabdruck Buddhas“ auf dem Gipfel ein spirituell wichtiges Pilgerziel. Nach etlichen Erzählungen sahen wir von einem Aufstieg ab. Uns blieb dann eine „kleine Wanderung“ von ungefähr fünf Stunden bei Ella auf einen, zugegeben schönen, Aussichtspunkt.

Wer für den Aufstieg der Felskuppe von Sigiriya, der königlichen Festung aus dem 5. Jahrhundert nicht schwindelfrei genug ist, kann sich stattdessen das neue Museum am Fuß des Berges ansehen und die berühmten Fresken der „Wolkenmädchen“ als Replik auch ohne Verkrampfung bewundern.

Sri Lanka hat im Wesentlichen feucht-heißes Tropenklima, an den Küsten gibt es gelbe Sandstrände unter Palmen. Rund 10 Prozent der Landesfläche sind Naturschutz-Parks, wobei der von uns zuerst besuchte Yala-Nationalpark im Südosten fast aussieht wie die Etosha-Pfanne in Namibia. Elefanten haben wir nur knapp zwei gesehen in freier Wildbahn, Leoparden keine, Rotwild einige, einen Schakal und sehr viele Vögel. Und natürlich einige Krokodile.

Die Hauptstadt Colombo ist ein zwei Millionen-Monster, mit alten Gebäuden wie dem Leuchtturm, dem alten Parlament, der Moschee und dem Basar und modernen Errungenschaften wie der Unabhängigkeitshalle und dem neuen Parlamentsgebäude. Hier haben wir unsere Reise begonnen.

Dann kamen die in dieser Form nicht oft zu besichtigenden buddhistischen Höhlenklöster. Die Kombination mit hinduistischen Götterfiguren war für uns ein Rätsel. Viele Herrscher in Ceylon hätten sich ihre Ehefrauen aus dem hinduistischen Südindien geholt, hieß es. Beeindruckend war natürlich das größte und berühmteste Kloster dieser Art, die fünf Höhlen von Dambulla. Der Anstieg war steil, die Freude, es geschafft zu haben, dementsprechend groß. Es gilt stets Schuhverbot vor und in den Tempeln und Ruinen.

Richtung Kandy waren wir von Ella mit dem Zug gefahren, dreieinhalb Stunden durch Reisfelder und Teeplantagen bis Nuwara Eliya, der höchstgelegenen Stadt Sri Lankas.

Dort machen die Ceylonesen gerne Urlaub, des milden Klimas wegen. Wir waren im sehr britischen St. Andrews Hotel und hatten ein Dinner mit „Schlips und Kragen“ im berühmten Hill Club. Unsere Herren, einschließlich Reisebegleiter Nalaka, sahen sehr „distinguished“ aus. Sie bekamen zur Belohnung französischen und italienischen Importwein zum klassischen Menu.

Auf der Weiterfahrt nach Kandy gab es ein hinduistisches Tempelfest in einem kleinen Dorf. Bunt kostümierte und tanzende junge Männer, Geräte zur Selbstkasteiung auf einem Wagen und Hunderte von Zuschauern – ein stimmungsvolles Bild.

Kandy, malerisch zwischen Bergen und einem künstlichen See gelegen, ist der Aufbewahrungsort für das größte Heiligtum der Buddhisten, einem Backenzahn Buddhas. Jedes Jahr im Juli/August gibt es die Kandy Perahera, das größte buddhistische Festival Sri Lankas. Eine Nachbildung des Zahnes wird auf einem Elefanten durch die Stadt getragen.

Weiter ging es auf dem Weg nach Polonnaruwa am Fluss Elahera entlang, eine Landschaft voller Liebreiz und Ruhe mit Reisfeldern, Bäumen, Wasser und einem elektrischen Elefanten-Zaun, der diese Ruhe vor gefräßigen Eindringlingen schützen soll.

In Polonnaruwa fuhren wir zunächst „auf ein Bier“ in die Primaten-Forschungsstation des Dr. Wolfgang Dittus, der sie vor 35 Jahren aufgebaut hatte und sich ganz dem Leben nur einer Affenart, der Makaken, widmet. Am nächsten Morgen gingen wir mit ihm im archäologischen Park der Ruinenstadt „auf Beobachtungs-Pirsch“, nach dem Frühstück per Fahrrad wieder in das Ruinengelände. Nach der Besichtigung der ehemaligen Königsstadt Polonnaruwa, welche nach Anuradhapura als Zufluchtsort seiner Majestät diente, fuhren wir in ein Dorf in der Nähe, nach Badi Wewa. Dort kochte die Familie Devapriya speziell für uns in ihrem alten Lehmhaus. Wir schauten bei der Zermahlung der Sambals zu, probierten Biriyani und erlernten die Reihenfolge einer Curry-Zubereitung. Geschmeckt hat alles sehr authentisch und delikat.

Zur Abwechslung gab es bei Dambulla noch eine Ballonfahrt im Morgengrauen. Die Sicht war ein wenig diesig, aber wer so etwas noch nicht erlebt hat, für den war es voller Eindrücke von Landschaft und Dörfern im Sonnenaufgang.

Das größte Erlebnis für mich waren die Ruinen von Anuradhapura. Bis ins 9. Jahrhundert war Anuradhapura mit rund fünf Millionen Einwohnern die größte Stadt der östlichen Welt. Der heilige Bodhi-Baum ist geographischer und spiritueller Mittelpunkt der Stadt. Er wuchs aus einem Zweig des Bodhi-Baumes in Bodhgaya in Indien, unter dem Buddha seine Erleuchtung fand. Der Baum gilt als einer der ältesten Bäume der Welt. Alle Bäume dieser Art in Sri Lanka stammen von ihm ab.

Nach Einbruch der Dunkelheit zeigten sich die wuchtigen Stupas in dezenter künstlicher Beleuchtung von ihrer magischen Seite. Zweitausend Jahre haben ihre Bedeutung nicht geschmälert. Wir können, auch ohne religiöse Gefühle, nur unser Haupt neigen.

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